Auf den Pinsel geschaut

Viel Farbe macht schön? Meine Damen, das können Sie sich abschminken. Auf die Nuancen kommt es an. Wir haben der Visagistin und Maskenbildnerin Stefanie Ziegler-Martin in der Maske des ETA Hoffmann Theater in Bamberg ganz genau auf Pinsel und Farbtöpfe geschaut.

 

 

Text: Julia Lutzeyer • Fotos: Michael Gernhuber

Besser als jede Schönheits-OP: das Spiel mit Hell und Dunkel.

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Im Bauch des ETA Hoffmann Theater in Bamberg ist es genauso spannend wie auf der Bühne. Nur enger. Hoch in den zweiten Stock, vorbei an Kleiderständern voll quietschbunter Kostüme. Ein langer Gang, Wortfetzen der Proben sind zu hören. Eine Tür schwingt auf: „Hallo, ich bin Stefanie.“ Jetzt bin ich im Reich von Stefanie Ziegler-Martin, Maskenbildnerin: Falsche Bärte, Latexmasken, Perücken, Haarteile, überall Wandspiegel, Schminkplätze und ein Arsenal an Pinseln, Schwämmchen, Quasten, Haarklammern, Puderdöschen und Schminkpaletten. Hier in der Maske entstehen Figuren, Typen und Gestalten.

Spieglein, Spieglein an der Wand ... die Nase schmaler, das Kinn zierlicher: so werden Prinzessinen gemacht. Oder böse Königinnen.

Stefanies nächste Aufgabe: Renate.

Die junge Schauspielerin ist gerade erst aufgestanden. Dunkelbraune Augen, die Haut etwas fleckig, ein paar Pickelchen. Ein Piercing in der Lippe unterstreicht ihr lässig-apartes Aussehen. Keine Stunde später ist nichts mehr zu sehen von dem mädchenhaft-kecken Typ. Mit Pinsel und Puder hat Stefanie eine elegante Dame aus Renate gemacht, die weibliche Grazie ausstrahlt. „Ein gelungenes Make-up richtet den Menschen auf, er sitzt gerader“, sagt Stefanie. Renate drückt das so aus: „Ich komme so langsam in meine Rolle.“ Das ist gut für das Seelenheil: Schminke gibt dem Menschen Charakter.
 
Stefanie und ihre Pinsel sind die wahren Verwandlungskünstler. Zuerst die Haare aus dem Gesicht und um den Lockenstab gedreht. Dann Schwamm, Pinsel und Schminkdöschen. Tupfend und streichend verteilt sie das Make-up von Stirn und Wangen übers Gesicht, lässt es am Hals auslaufen. Überflüssige Farbe verschwindet. „Drehe ich den Schwamm um, wird er mein Radiergummi“, sagt der Schmink-Profi.

Zu viel Schminke ist wie ein Rubbel-Los. Man weiß nie, was drunter ist.

Die Nase schmaler, das Kinn zierlicher – kein Problem für Stefanie: „Ich schattiere die Höhungen wie den Nasenrücken und die Wangen hell und lege die Tiefen dunkel ein.“ Sie arbeitet zügig, der Pinsel wird zum Zauberstab. Das matte Braun seitlich der Nasenwurzel verflüchtigt sich zu Schatten. „Schminken ist ein Zeichnen mit Hell und Dunkel.“ Das gilt auch für die Augenpartie. Farbe setzt lediglich Akzente. Stefanie wählt Magenta. Das kühle Pink auf Renates Lidern lässt ihre braunen Rehaugen strahlen. „Auf diese Lidschattenfarbe wäre ich nie gekommen“, staunt Renate.
 
Immer wieder geht der Blick der Maskenbildnerin in den Spiegel, verweilt auf Renates Gesicht. „So überprüfe ich mein Werk aus der Distanz.“ Renate nickt anerkennend, ihr gefällt, was sie im Spiegel sieht: glamouröse Frisur, elegant-weibliche Konturen. Passt genau zu ihrer Rolle. Das (Schau-)Spiel kann beginnen.

Tipps für ein stimmiges Make-up

Gepflegte Haut ist die beste Grundlage fürs Make-up. Ein sanftes Peeling, wie zum Beispiel Beauty Dynamics von JAFRA, entfernt trockene Hautschüppchen. Wer sein Gesicht 30 Minuten vor dem Schminken mit einer Feuchtigkeitscreme versorgt, gibt der Pflege ausreichend Zeit, einzuziehen.

Helles bringt Frische. Das bedeutet: Weniger Farbe ist oft mehr. Eine helle Augenpartie, geschminkt mit den sanften Pudertönen des JAFRA Lidschatten Trios The Nudes oder Romance, lässt auch ältere Gesichter strahlen. Die nötige Kontur verleiht statt eines dunklen Lidschattens besser ein Eyeliner. Der Inkwell Eyeliner von JAFRA, erhältlich in den Tönen Coffee und Onyx, zeichnet mit seiner flexiblen Spitze einen flüssigen Lidstrich auf oder unter die Wimpern, der rasch trocknet und weder verblasst noch verwischt. Matte Pigmente setzen sich weniger leicht in Fältchen ab als Glitzerpartikel.

Welche Farbtöne der JAFRA Foundations aus den Serien JAFRA Beauty und JAFRA Royal Jelly am besten zum Teint passen, lässt sich am besten am Hals testen. Der Handrücken ist dafür weniger geeignet. Denn dort ist die Haut meist dunkler und ganz anders beschaffen als im deutlich zarteren Gesicht.

Beim Lippenstift gilt: Je dunkler und deckender die Farbe, desto reifer erscheint die Frau. Während junge Frauen zu einem Lippenstift mit hoher Deckkraft greifen können, sind ältere Damen mit einem getönten Gloss besser beraten. Ob JAFRAs langanhaltender Lipgloss oder der durch Royal Jelly zusätzlich nährende Brillante Lipgloss: Die von Nude-Tönen bis Pflaumenrot reichenden Nuancen zaubern Glanz und für jedes Alter die passende Farbe auf die Lippen.

Die ungeschminkte Wahrheit


Wer anfängt, seinem Passbild ähnlich zu sehen, sollte dringend Urlaub machen. Oder einfach etwas in seinem Gesicht verändern. Mit Make-up wird alles bunter, schöner, individueller – und aus jedem Aschenputtel eine Prinzessin. Sie halten das für ein Märchen? Probieren Sie es aus!

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